Erststudium nicht steuerlich anrechenbar

Wie u.a. die Frankfurter Allgemeine berichtet, können Steuerzahler die Kosten eines grundständigen Studiums nicht als Werbungskosten geltend machen. Das entschied nun das Bundesverfassungsgericht. Umstritten ist diese Regelung unter anderem, da spätere Weiterbildungen, also etwa auch ein Zweitstudium, durchaus steuerlich absetzbar sind. Für die allermeisten Studierenden macht die Abzugsfähigkeit während des Studiums zwar keinen Unterschied, da sie in der Regel ohnehin kaum einkommenssteuerpflichtig sind. Da Kosten jedoch grundsätzlich auch rückwirkend angerechnet werden können, würden sich immerhin beim Berufseinstieg Steuern sparen lassen, hätte das Gericht in letzter Instanz anders geurteilt.

KI vs. Plagiate

Dass Autoren auch in der Wissenschaft bisweilen versuchen, sich mit fremden Federn zu schmücken, ist nichts Neues. Digitalisierung und weltweite Vernetzung machen es womöglich noch leichter, fremde Leistungen als die eigenen auszugeben, doch auch die Möglichkeiten der Kontrolle werden besser. Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, haben Forscher eine Plagiats-Software entwickelt, deren Algorythmen nicht nur wortgleiche Übernahmen ausfindig machen, sondern auch inhaltliche und stilistische Kriterien prüfen können. Um die eigene wissenschaftliche Redlichkeit nachzuweisen, gibt es wiederum Tools, die den Entstehungsprozess z.B. eines Fachartikels mittels Zeitstempeln fälschungssicher dokumentieren.

Pastorale Politikberatung

In ihrer Dissertation über “Pastorale Politikberatung: Religion, Macht und Moral im Spanien des 19. Jahrhunderts” untersucht die Geschichtswissenschaftlerin Britt Schlünz die Beziehung von Kirche und Staat im spanischen Kolonialreich unter Isabella II. (1833-1868). Im Fokus stehen dabei die seelsorgerischen Bemühungen einflussreicher kirchlicher Protagonisten wie Antonio María Claret und María del Patrocinio. Die Simone-Weil-Stiftung unterstützt die Promotion mit einem Reisekostenstipendium, um insbesondere Archivarbeiten in Kuba zu ermöglichen.

Gedenken und Vermitteln

Den Studierenden ihres Seminars möchten Carina Brancovic und Rebecca Hedenkamp Möglichkeiten zeigen, wie das anspruchsvolle Thema Holocaust im Schulunterricht und darüber hinaus didaktisch und pädagogisch angemessen präsentiert werden kann. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Reflexion von Erinnerungskultur, Ritualen des Gedenkens und Formen musealer Aufbereitung. Die Simone-Weil-Stiftung unterstützt die Exkursion des Seminars zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, um den Teilnehmern die Erfahrung einer persönlichen Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten Erinnerungsorte der Geschichte zu ermöglichen.

Uni-Ranking

Ranglisten nationaler und weltweiter Hochschulen sind stets umstritten, können sich aber dennoch allgemeiner Aufmerksamkeit sicher sein. So führt Times Higher Eucation die Berliner Humboldt-Universität aktuell auf Platz 74 der besten Universitäten der Welt, die Freie Universität auf Platz 117 und die Technische Universität auf Platz 149, wie u.a. der Tagesspiegel berichtet. Alle drei Einrichtungen haben sich demnach im Vergleich zum Vorjahr um einige Plätze verschlechtert. Gemeinsam als “Berlin University Alliance” haben sie auch an der Exzellenzförderung des Bundes teil.

Katholische Theologie in Berlin

Das Institut für Katholische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin wird im Oktober seinen Lehrbetrieb aufnehmen. Wie u.a. katholisch.de berichtet, werden rund 400 Studienanfänger erwartet. Auch die Besetzung der Lehrstühle steht nun fest. Neben den renommierten Theologen Georg Essen und Günther Wassilowsky erhielten Teresa Schweighofer, Katharina Pyschny und Benedikt Schmidt ihren ersten Ruf an eine ordentliche Professur. Der Guardini-Lehrstuhl für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte wird voraussichtlich vorerst weiter von Ugo Perone vertreten.

Stressfaktor Promotion

Noch immer gilt die Promotion zum Erwerb des Doktorgrads als der Ausweis akademischer Kompetenz schlechthin. Doch oft sind es ganz profane Faktoren, die über Erfolg und Scheitern entscheiden. Wie vier Doktoranden in DIE ZEIT berichten, sind oft nachlässige Betreuung, Zeitdruck, Geldmangel oder die schlechte Vereinbarkeit mit einer praktischen Tätigkeit echte Hindernisse bei der Anfertigung einer hochwertigen Dissertation. Zugleich sinken durch die Vermehrung akademischer Abschlüsse auch die Chancen, ohne Doktorgrad beruflich voranzukommen.

Religion und Homosexualität

Geschlechtlichkeit ist eine Grunddimension des Menschseins; Religiosität auch. Das Verhältnis von Religion und Sexualität kann kulturell bedingt sehr unterschiedlich sein. Konflikte gibt es oft, wenn es um gleichgeschlechtliche Beziehungen geht. DIE ZEIT hat mit jungen Erwachsenen gesprochen, die homosexuell empfinden und zugleich einen starken Bezug zu ihrer jeweiligen Religion haben. Ihre persönlichen Gefühle stehen dabei oft im Widerspruch zur erklärten Lehre ihrer Glaubensgemeinschaft.

Wissenschaftliches Prekariat IV

Noch immer arbeiten junge Akademiker viel zu oft unter prekären Beschäftigungsbedingungen, und das nicht nur auf dem Arbeitsmarkt allgemein, sondern vor allem auch an Institutionen der Wissenschaft selbst. Das berichtet aktuell u.a. der Berliner Tagesspiegel. Auch mit vielfachen Qualifikationen und nach jahrelanger Bewährung im Beruf werden Verträge nur sehr selten unbefristet gewährt. Grund dafür ist unter anderem der steigende Anteil von Drittmitteln in der Hochschulfinanzierung. Doch auch der gegenwärtige elitäre Status der relativ wenigen ordentlichen Professuren trägt zu den geringen Karrierechancen der Nachwuchsforscher bei.

Lutherischer Traditionsabbau

Der Berliner Tagesspiegel kommentiert kritisch die Entwicklung der Evangelischen Kirche Deutschlands: Statt sich auf ihre eigentliche Stärke zu besinnen und die Beziehung des Einzelnen zu Gott ins Zentrum zu rücken, verliere sie sich in oberflächlichen Events und politischen Stellungnahmen. Stattdessen plädiert der Autor Benjamin Hasselhorn dafür, sich unabhängig von Wohlfühl-Bedürfnissen wieder mehr auf Tradition und Theologie zu konzentrieren.